Gesprächskreis

20210430_101406 (Foto: Kirchgemeinde Koblenz / EW)

 

In unseren «Morgengesprächen» treffen wir uns zu jeweils einer Reihe von Gesprächen an einem Vormittag, an denen wir die heiklen und wirklich grossen Themen der Theologie oder unserer Kirche besprechen und gemeinsam erkunden, was sie für unser Leben bedeuten.

Hier kommen in erster Linie Themen zur Sprache, die Menschen aus der Gemeinde beschäftigen und die sie gern einmal in grösserer Runde besprechen möchten.

Beispiele bereits durchgeführter oder für die nächster Zeit geplanter Morgengespräche:

Von guten Mächten wunderbar geborgen – Dietrich Bonhoeffer als Dichter

Passion als Drama – Die Dramatik des Leidens in den Texten der Bibel

Verstörende Bilderwelt und offene Fragen – Die Offenbarung des Johannes

Warum muss man aus der Kirche austreten? – Und warum nicht?


Das irritierende Geheimnis der Bibel

Die Bergpredigt

Möchten Sie mitmachen oder haben sie eine Idee?
Nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf!

γινώσκεις ἃ ἀναγινώσκεις (Apg 8, 30)
Das irritierende Geheimnis der Bibel

14604551166_d57d3fcc75_o (Foto: Kirchgemeinde Koblenz)

Vielleicht können wir nicht alle Fragen beantworten, aber wir wollen versuchen, die Fragen richtig zu stellen. Ich möchte Sie einladen zu einer gemeinsamen Reise durch die Bibel. In loser Folge treffen wir uns Dienstag oder Donnerstag morgens im RefTreffPunkt von 10 Uhr – 11 Uhr. Die Termine finden Sie jeweils hier auf dieser Seite. Rufen Sie vorher an oder tauchen Sie einfach auf, ganz wie Ihnen wohl ist. Es ist nicht notwendig, dass Sie unserer oder irgendeiner Kirche angehören; das Interesse an einer irritierenden aber zugleich atemberaubenden Geschichte, die dieses Buch erzählt, reicht vollkommen aus.

Ihr
Mathias Kissel

Zu unserem nächsten Treffen – einem Gespräch über die Bergpredigt – kommen wir zusammen
am Dienstag, dem 18. Oktober 2022 um 10 Uhr!
Rückblick
2020

Von guten Mächten wunderbar geborgen – Dietrich Bonhoeffer als Dichter

In einer Reihe von «Morgengesprächen» sind wir den Gedichten Dietrich Bonhoeffers begegnet. Die besondere Eigenart dieser Gedichte besteht darin, dass sie alle in seinem letzten Lebensjahr, das heisst eben auch, im Gefängnis entstanden sind. In solcher Weise isoliert, notiert Bonhoeffer Gedichte, die die Schnittstelle beschreiben zwischen Vergewisserung der eigenen Identität und persönlicher Frömmigkeit. Diese Isolation wiederum markiert kein Einge-schlossensein, keine monastische Abgeschiedenheit von der Welt, sondern geradezu das Ausgeliefertsein – oder das Sichausliefern – an die Umstände der Zeit, die Gemengelage aus Politik und Theologie, von Hoffnung, von Ab-schied und Tod, oder – mit Bonhoeffers eigenen Worten – von «Widerstand und Ergebung».
Zur Erinnerung: Geboren wird Dietrich Bonhoeffer 1906 in Breslau als Sohn des im damaligen Deutschen Reich führenden Neurologen und Psychiaters Karl Bonhoeffer und seiner Frau Paula, die aus der Theologenfamilie von Ha-se stammt. Bald übersiedelt die Familie, zu der auch sieben Geschwister ge-hören, nach Berlin. Früh entschlossen, Theologie zu studieren, erlangt Bonho-effer schon als junger Mann Bekanntheit über die Reichsgrenzen hinaus, vor allem in der Ökumene.
Am 5. April 1943 wird er verhaftet, nachdem er sich seit 1940 immer enger dem Widerstand angeschlossen hatte. Im Wehrmachtsuntersuchungsgefäng-nis Berlin-Tegel sitzt er in Untersuchungshaft. Eine Fülle theologischer Arbei-ten nimmt er in dieser Zeit in Angriff, Gedanken über eine Kirche nach dem Krieg, zahllose Briefe, durchsetzt von theologischen Entwürfen. Ein grosser Teil der Schriftstücke wird als Kassiber aus der Zelle nach draussen ge-schmuggelt. Die offizielle Post dagegen dient in vielen Fällen dazu, unter be-wusstem Rechnen mit der Zensur den Gegner in die Irre zu führen.
Im Februar 1945 wird eine Anzahl Gefangener, unter ihnen Bonhoeffer, mehr oder weniger ziellos durch halb Deutschland transportiert, um sie dem Zu-griff der Alliierten zu entziehen. Am Morgen des 9. April 1945 werden diese alle im oberpfälzischen Flossenbürg hingerichtet.
Dietrich Bonhoeffer war der Sohn der letzten Phase eines deutschen Bil-dungsbürgertums, in dessen Alltag Literatur und Musik, Wissenschaft und Familie tragende Rollen spielten.
Aber er war auch einer der Vordenker einer neuen Theologie. Diese verschaffte sich markant Gehör in der «Nachfolge», die in den Jahren 1935 bis 1937 ent-stand. Eine zweite Phase, die Eberhard Bethge «Die Theologie der mündigen Ohnmacht» nennt, ist ausser von der «Ethik» von den im Gefängnis entwi-ckelten Gedanken geprägt, unter anderem von dem des «religionslosen Chris-tentums», genauer, der «nichtreligiösen Interpretation des Christentums».
Wohin gehört Bonhoeffer also, noch in das Überlieferte, oder schon in das Vi-sionäre, das er vorausblickt? Oder verliert sich seine Identität «Zwischen den Zeiten»? «Wer bin ich?», heisst eines seiner Gedichte.
«Jede dumpfe Umkehr der Welt hat solche Enterbte, denen das Frühere nicht und nocht nicht das Nächste gehört.» (Rilke, VII. Duineser Elegie) – Welche Umbrüche prägen unsere Zeit? Wie definieren wir unsere Identität angesichts des dramatischen Wandels? Hat Bonhoeffers Fragen unserer Zeit etwas zu sagen?
Von diesen Gedanken haben wir uns leiten lassen in der Begegnung mit der Lyrik Bonhoeffers. Wir trafen uns an vier Freitagen im Herbst im RefTreff-Punkt neben der Reformierten Kirche Koblenz, am 16., 23. und 30. Oktober und am 6. November, jeweils von 10 – 11.30 Uhr.


2021

Passion als Drama – Die Dramatik des Leidens in den Texten der Evangelisten

Wie schon im vorausgangenen Advent haben wir uns auch in der darauffolgenden Passionszeit an vier Freitagen zu einer Reihe von Morgengesprächen treffen. Diesmal sollte es nicht um Texte unseres (fast) Zeitgenossen Dietrich Bonhoeffers gehen, sondern um die ältesten Zeugen selbst: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – welche Worte wählten sie, wenn sie über Leiden schrieben? Wie erfassen sie das Leiden des Menschen, welche Worte finden sie für das Leiden Gottes? Oder anders gesagt: Wie verleihen sie dem Unaussprechlichen Sprache?
Als ob das noch gesagt werden müsste: Auch unsere Zeit ist zutiefst vertraut mit dem Leiden. Klingt etwas nach von diesen uralten Worten hinein in unsere Zeit?
All diesen unbequem Fragen wollen wir versuchen zu begegnen und in all dem unsere eigene Sprache finden.
Wir trafen uns an vier Freitagen im Frühling im RefTreffPunkt neben der Re- formierten Kirche Koblenz, am 5., 12. und 19. und 26. März 2021, jeweils von 10 – 11.30 Uhr.


2022

Offene Fragen / Zerrissene (Bilder-)Welt / Behütende Liturgie – Die Offenbarung des Johannes

Auf vielfachen Wunsch trafen wir uns zu Beginn des Jahres 2022 zu einer Reihe von drei Morgengesprächen. – In diesen Morgengesprächen haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was die oft bestürzenden, uns heutigen Leserinnern und Lesern zumeist rätselhaften (Sprach-)Bilder bedeuten könnten. Warum ist dieses auf den ersten Blick so unverständliche Buch ein Teil unserer Bibel? Waren die Texte der Johannesoffenbarung auch den ersten Lesern so verschlossen? Und schließlich: Verleiht die Schau des Johannes in irgendeiner Weise dem Leid der Welt, unserem persönlichen Leiden Ausdruck? – Wie verhält es sich überhaupt mit «Fragen und Antworten» in unserem christlichen Glauben?
RefTreffPunkt neben der Reformierten Kirche Koblenz: 6., 13. u. 27. Januar 2022, jeweils von 10.00 – 11.30 Uhr.
Bereitgestellt: 22.09.2022